Keine Chance für Bremsen und Co.

Textiler Insektenschutz für Pferde

Pferdebesitzer kennen das Problem: Jedes Jahr im Sommer werden die Tiere von Stechmücken und Bremsen umschwärmt. Für einige Tiere werden die Insekten zu einer echten Bedrohung, sie reagieren allergisch auf Insektenstiche und bekommen massive gesundheitliche Probleme wie z.B. das gefürchtete Sommerekzem. Bisher wurden
Pferde, um sie vor den Insekten zu schützen, täglich mit Insektensprays eingesprüht, was auf Dauer teuer und oftmals auch gesundheitlich bedenklich ist.
Am Institut für Hygiene und Biotechnologie an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim
wurde unter der Leitung von Dr. Timo Hammer in Zusammenarbeit mit der HKM Sports
Equipment GmbH, Neuenhaus im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts an einem funktionellen Schutz der Tiere geforscht. Im Allgemeinen gibt
es zwei Möglichkeiten um Tiere und Menschen vor Insektenstichen zu schützen, einerseits
durch die Anwendung Insekten-abschreckender Substanzen, so genannter Repellents.
Andererseits durch einen mechanischen Schutz – die Mücke landet zwar auf ihrem Opfer,
wird aber durch ein Textil am Stich gehindert.
Ziel des Projektes war es, eine Decke zu entwickeln, die durch die Kombination beider
Wirkprinzipien, mechanisch und chemisch, die größtmögliche Sicherheit bietet. Das Textil
soll für möglichst viele unterschiedliche Insekten durchstichsicher sein, also für kleine
Stechmücken wie auch für große Bremsen. Um dies zu überprüfen entwickelten die
Hohensteiner Forscher eigens ein Prüfsystem für die Durchstichfestigkeit von Textilien. Bei
diesem Test werden die unterschiedlichen Beiß- und Stichwerkzeuge mitteleuropäischer
Schadinsekten simuliert. Neben der mechanischen Schutzwirkung soll die Decke für das
Pferd angenehm zu tragen und das Repellent hautverträglich sein. Eine weitere
Anforderung an das Textil ist, dass die Tiere darunter nicht schwitzen und dass beim
Ablecken der Insektenschutzdecke keine toxikologischen Stoffe aufgenommen werden.
Das Ergebnis des Forschungsprojektes ist eine Decke, die durch ein extrem leichtes
Abstandsgewirke und die optimierte Passform das Pferd großflächig schützt und dabei
angenehm zu tragen ist. Das leichte Material der Decke führt dazu, dass die Tiere auch im
Hochsommer keinen Hitzestau erleiden. Zudem hat das Textil eine gute
Wasserdampfdurchlässigkeit, so dass auch ein Abdampfen schwitzender Tiere kein
Problem darstellt. Bei der Einarbeitung des Repellents wurde eine praktikable und zugleich
schonende Lösung gefunden. Die Schutzdecke kann mit austauschbaren Wirkstoff-
Applikatoren bestückt werden. Dadurch ist das Tier über mehrere Wochen durch natürliche
Wirkstoffe vor Insekten geschützt Die Kunststoffapplikatoren können problemlos erneuert
und somit auf einen Überschuss an Chemie verzichtet werden. Die Decke ist zudem wasch- und
witterungsbeständig und dadurch für den dauerhaften Einsatz geeignet. „Die
innovative Pferdeschutzdecke ist ein gelungenes Beispiel für den schnellen Transfer einer
guten Idee in ein marktfähiges Produkt.“ so Dr. Timo Hammer. Die neue Pferdeschutzdecke
wird ab dem Sommer 2012 im Handel erhältlich sein.

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